Was ist Gicht?
- Dr. med. Lioba Pieterse

- vor 4 Tagen
- 5 Min. Lesezeit
Eine Stoffwechselerkrankung, die unterschätzt wird – und warum eine fachärztliche Einschätzung der wichtigste Schritt ist.
Dr. med. Lioba Pieterse
Fachärztin für Rheumatologie & Nephrologie
Privatpraxis Heidelberg-Handschuhheim

Mitten in der Nacht: ein brennender Schmerz im großen Zeh. Das Gelenk geschwollen, gerötet, heiß. Viele Betroffene hoffen, dass es von allein vorübergeht – und genau hier beginnt das eigentliche Risiko.
Was ist Gicht?
Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung – und damit weit mehr als ein vorübergehendes Gelenkproblem. Der erste Anfall ist oft nur die sichtbare Spitze einer Entwicklung, die im Verborgenen schon länger läuft. Wird Gicht nicht fachärztlich abgeklärt und behandelt, kann sie dauerhafte Schäden an Gelenken und Nieren verursachen.
Dieser Beitrag gibt Ihnen einen verständlichen Überblick: Was Gicht ist, wie sie sich bemerkbar macht und warum die richtige Diagnose so entscheidend ist. Eines vorweg: Eine pauschale Selbstbehandlung greift bei Gicht fast immer zu kurz – warum, lesen Sie weiter unten.
~950.000
Menschen in Deutschland leben mit Gicht
8 von 10
Betroffene sind Männer – meist über 40 Jahre
Jahre
kann die Erkrankung unbemerkt fortschreiten, bevor der erste Anfall kommt
Was ist Gicht? Eine kurze Einordnung
Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung mit rheumatischer Folge. Vereinfacht gesagt: Im Körper sammelt sich zu viel Harnsäure an – ein Zustand, den die Medizin Hyperurikämie nennt. Übersteigt die Harnsäure dauerhaft einen bestimmten Schwellenwert, bildet sie feine Kristalle, die sich in Gelenken und Geweben ablagern.
Diese Kristalle lösen die typische, sehr schmerzhafte Entzündung aus – den Gichtanfall. Am bekanntesten ist der Befall des großen Zehs, doch grundsätzlich können viele Gelenke betroffen sein.
Was diese kurze Erklärung jedoch nicht leisten kann: die individuelle Ursachenklärung. Denn ob in Ihrem Fall eine genetische Veranlagung, die Nierenfunktion, bestimmte Medikamente, Begleiterkrankungen oder eine Kombination mehrerer Faktoren im Vordergrund steht, lässt sich nur durch eine gezielte fachärztliche Untersuchung feststellen. Und genau diese Ursache entscheidet darüber, welche Behandlung wirklich greift.
Erhöhter Harnsäurewert oder erster Verdacht?
Lassen Sie die Ursache frühzeitig abklären - bevor Folgeschäden entstehen.
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Was viele nicht wissen Gicht ist auch eine Sache der Nieren
Ein großer Teil der Harnsäure wird über die Nieren ausgeschieden. Funktioniert das nicht richtig, staut sich Harnsäure im Körper – und umgekehrt kann eine unbehandelte Gicht die Nieren ihrerseits schädigen. Gicht ist damit eine Erkrankung an der Schnittstelle von Rheumatologie und Nephrologie.
Diese Doppelperspektive ist bei der Beurteilung von Gicht entscheidend – und sie ist der Schwerpunkt meiner Privatpraxis in Heidelberg. Was das konkret für Ihre Behandlung bedeutet, bespreche ich gerne persönlich mit Ihnen.

Verlauf der Erkrankung
Gicht entwickelt sich in Phasen
Das Tückische: Gicht schreitet auch in den beschwerdefreien Zeiten weiter fort. Je früher sie erkannt wird, desto besser lässt sie sich aufhalten.

Phase 1
Erhöhte Harnsäure - noch ohne Symptome
Die Werte sind erhöht, spürbar ist nichts. Diese Phase bleibt oft jahrelang unbemerkt – und wird genau deshalb häufig übersehen.

Phase 2
Der erste Gichtanfall
Plötzlich, heftig, meist nachts. Spätestens jetzt ist eine fachärztliche Abklärung dringend angeraten – denn der erste Anfall ist selten der letzte.

Phase 3
Die trügerische Ruhe
Nach dem Anfall folgt eine beschwerdefreie Zeit. Wer sie für „überstanden" hält, riskiert weitere Anfälle – die Erkrankung arbeitet im Verborgenen weiter.

Phase 4
Chronische Gicht
Bleibende Gelenkschäden, Gichtknoten, belastete Nieren. Diese Phase ist heute fast immer vermeidbar – vorausgesetzt, die Behandlung beginnt rechtzeitig.
Vorsicht bei der Selbstbehandlung
Im Internet kursieren zahlreiche Hausmittel und Ratschläge gegen Gicht. Das Problem: Einige davon sind veraltet, andere wirkungslos – und manche können einen akuten Anfall sogar verschlimmern. Auch frei verkäufliche Schmerzmittel sind nicht in jedem Fall die richtige Wahl, gerade wenn die Nierenfunktion eingeschränkt ist oder weitere Medikamente eingenommen werden.
Was im akuten Anfall wirklich hilft – und welche dauerhafte Behandlung sinnvoll ist, um weitere Anfälle zu verhindern – hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Eine seriöse Empfehlung lässt sich erst nach einer Untersuchung geben. Genau dafür nehme ich mir in meiner Praxis Zeit.

Ernährung & Lebensstil
Die Ernährung spielt eine Rolle - aber keine pauschale
Dass Ernährung den Harnsäurespiegel beeinflusst, ist unbestritten. Doch die bekannten „Gicht-Diäten" aus dem Internet greifen oft zu kurz: Sie sind häufig veraltet, zu streng oder ignorieren Ihre persönlichen Begleitumstände.
Manche Lebensmittel, die als unbedenklich gelten, sind es nicht – und umgekehrt dürfen Sie manches genießen, das viele fälschlicherweise meiden. Welche Anpassungen in Ihrem Fall sinnvoll und realistisch im Alltag umsetzbar sind, klären wir gemeinsam – abgestimmt auf Ihre Werte, Ihre Nierenfunktion und Ihre Lebensgewohnheiten.


Wann Sie handeln sollten
Diese Signale gehören fachärztlich abgeklärt
Eine ärztliche Vorstellung ist sinnvoll, wenn einer oder mehrere dieser Punkte auf Sie zutreffen:
ein plötzlicher, heftiger Gelenkschmerz – besonders am Großzeh
ein Gelenk ist geschwollen, gerötet und überwärmt
solche Beschwerden treten wiederholt auf
bei Ihnen wurden erhöhte Harnsäurewerte festgestellt
Sie haben eine bekannte Nierenschwäche oder nehmen dauerhaft Medikamente ein
Sie leben mit Bluthochdruck, Übergewicht oder Diabetes
Je früher die Ursache geklärt ist, desto einfacher lässt sich Gicht kontrollieren – und desto eher bleiben Ihnen weitere Anfälle und Folgeschäden erspart. Warten Sie nicht auf den nächsten Anfall.
Unsicher, ob es Gicht ist? Im persönlichen Gespräch klären wir Ihre Symptome und das weitere Vorgehen.
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Ihre Ansprechpartnerin
Gicht aus rheumatologischer und nephrologischer Sicht
In meiner Privatpraxis in Heidelberg betrachte ich Gicht nicht als isoliertes Gelenkproblem, sondern als das, was sie ist: eine Stoffwechselerkrankung mit systemischer Bedeutung. Meine Doppelspezialisierung ermöglicht eine Betreuung aus einer Hand:
Rheumatologische Sicht
Abklärung der Gelenkbeschwerden, gezielte Diagnostik und eine auf Sie abgestimmte Behandlung.
Nephrologische Sicht
Beurteilung der Nierenfunktion und der Begleitrisiken – damit die Therapie auch Ihre Nieren schützt.
Diese Verbindung ist bei Gicht entscheidend – denn die Niere ist Ursache und mögliches Opfer der Erkrankung zugleich. Welche Diagnostik und Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist, bespreche ich gerne persönlich mit Ihnen.

Häufige Fragen zu Gicht:
Kurz beantwortet - ausführlich im GesprächPrivatpatienten & Selbstzahle
Ist Gicht heilbar?
Gicht ist nicht im klassischen Sinn heilbar, lässt sich aber sehr gut kontrollieren – oft so, dass Betroffene dauerhaft beschwerdefrei leben. Voraussetzung ist eine konsequente, individuell abgestimmte Behandlung. Wie diese in Ihrem Fall aussieht, klären wir gemeinsam.
Was ist der Unterschied zwischen Gicht und Rheuma?
Gicht zählt zum „rheumatischen Formenkreis", unterscheidet sich aber von der rheumatoiden Arthritis: Bei Gicht ist die Ursache der Stoffwechsel, bei rheumatoider Arthritis ein fehlgeleitetes Immunsystem. Die genaue Abgrenzung ist Aufgabe der fachärztlichen Diagnostik – und entscheidend für die richtige Therapie.
Kann Gicht die Nieren schädigen?
Ja – und das wird häufig unterschätzt. Harnsäure kann die Nieren belasten, und eine eingeschränkte Nierenfunktion erhöht wiederum das Gichtrisiko. Genau deshalb ist bei Gicht ein Blick auf beide Bereiche wichtig. In meiner Praxis erhalten Sie diese Einschätzung aus einer Hand.
Welcher Arzt ist bei Gicht zuständig?
Für eine gesicherte Diagnose und die Behandlung ist ein Internist mit Schwerpunkt Rheumatologie die richtige Adresse – bei eingeschränkter Nierenfunktion zusätzlich der Nephrologe. Beide Spezialisierungen vereine ich in meiner Privatpraxis in Heidelberg. Termin vereinbaren
Reicht eine Ernährungsumstellung aus?
In manchen Fällen lässt sich damit viel erreichen, in anderen nicht – das hängt stark von der individuellen Ursache ab. Eine pauschale Antwort wäre an dieser Stelle unseriös. Was für Sie der richtige Weg ist, lässt sich erst nach einer Untersuchung sagen.
Verdacht auf Gicht? Klären Sie es fachärztlich ab.
Dr. med. Lioba Pieterse
Als Fachärztin für Innere Medizin mit den Schwerpunkten Rheumatologie und Nephrologie biete ich in meiner Heidelberger Privatpraxis eine umfassende rheumatologische Diagnostik und Beratung an.
Ausbildung an der Charité – Universitätsmedizin Berlin
Spezialisierung auf Autoimmunerkrankungen, Gelenkerkrankungen und deren Verbindung zu Nieren- und Blutdruckerkrankungen
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